Internal Family Systems Therapy (IFS) in Thalwil, bei Zürich
Die Internal Family Systems Therapie (IFS) wurde in den 1980er Jahren von Richard Schwartz, PhD, entwickelt und hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem umfassenden therapeutischen Ansatz weiterentwickelt.
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IFS ist ein traumasensibler Ansatz, der berücksichtigt, wie frühere Verletzungen emotionales Erleben und Verhalten beeinflussen. IFS erlaubt es, schwieriges Erleben und innere Konflikte auf wertfreie Weise nicht als Defizite, sondern als verständliche Reaktionen auf belastende Erfahrungen zu betrachten. Hierdurch entsteht Raum für Akzeptanz und Veränderung.
IFS geht davon aus, dass die menschliche Psyche natürlicherweise in unterschiedliche Anteile organisiert ist. So können wir beispielsweise gleichzeitig den Wunsch nach Nähe und das Bedürfnis nach Rückzug erleben. IFS versteht solche inneren Unterschiede als einen normalen Bestandteil unseres Menschseins. Man kann sich zum Beispiel auf etwas freuen und zugleich Unsicherheit oder Angst spüren.
Die Idee innerer Anteile ist nicht neu: Bereits Theorien wie die von Sigmund Freud (Ich, Es, Über-Ich) oder neuere Ansätze wie die Schematherapie oder Ego-State-Therapie greifen ähnliche Konzepte auf.
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Ein zentraler Gedanke im IFS-Modell ist, dass unsere Psyche wie ein inneres System funktioniert – vergleichbar mit einer Familie oder einem Team. Die einzelnen Anteile stehen in Beziehung zueinander und übernehmen bestimmte Funktionen. Diese entstehen zum Beispiel als Reaktion auf belastende Erfahrungen im Leben und können sich im Laufe der Zeit verändern.
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Jeder dieser inneren Anteile verfolgt dabei eine positive Absicht und bringt wertvolle und hilfreiche Qualitäten mit. Durch schwierige Lebensumstände – etwa Stress, seelische Verletzungen oder prägende Erfahrungen – können Anteile jedoch in extreme oder einseitige Muster geraten, die ursprünglich dem Schutz dienten, heute aber einschränkend wirken können.
Zum Beispiel kann sich eine Person in bestimmten Situationen sehr leistungsbereit zeigen und dabei über die eigenen Grenzen hinausgehen oder sich erschöpfen. Solche Muster können Ausdruck früherer Anpassungsstrategien sein.
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In der IFS-Therapie geht es darum, einen achtsamen und respektvollen Zugang zu den inneren Dynamiken zu entwickeln. Wenn sich das innere System sicherer anfühlt, entsteht mehr Raum und Flexibilität - Anteile sind weniger stark in ihren gewohnten Mustern gebunden. Dadurch eröffnen sich neue, stimmigere Handlungsmöglichkeiten im Leben.
Ich orientiere mich in der Therapie stets an dem, was für Sie in Ihrem individuellen Prozess hilfreich und zugänglich ist. Andere psychotherapeutische Methoden integriere ich bei Bedarf, um die Behandlung bestmöglich auf Sie abzustimmen.
Themen aus der Praxis der Internal Family Systems Therapie
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Die Internal Family Systems Therapie (IFS) geht davon aus, dass unsere Psyche aus verschiedenen inneren Anteilen besteht.
Viele Menschen kennen diese inneren Zustände: Ein Teil möchte mutig sein, während ein anderer Teil Angst hat. Ein Teil ist kritisch, ein anderer verletzlich.
In der IFS-Therapie werden diese Anteile nicht als Problem gesehen. Jeder Teil hat ursprünglich eine schützende Absicht – auch wenn seine Strategien heute manchmal belastend wirken können.
Innere Präsenz und Selbstkontakt
Neben diesen Anteilen gibt es im Menschen einen Zustand innerer Präsenz, der sich durch Qualitäten wie Ruhe, Neugier, Mitgefühl, Klarheit, Vertrauen, Mut, Kreativität und Verbundenheit zeigt.
Wenn wir mit diesem Zustand in Kontakt sind und unsere Anteile nicht von extremen Rollen bestimmt werden, wird es leichter, sie zu verstehen und mit ihnen in Beziehung zu treten.
Der therapeutische Ansatz
In der IFS-Therapie lernen Menschen, ihre inneren Anteile wahrzunehmen und ihnen mit Neugier und Mitgefühl zu begegnen. Wenn sich diese Anteile gesehen und verstanden fühlen, können sie sich entspannen und neue, hilfreichere Rollen im inneren System übernehmen.
Ein zentraler Grundsatz des Ansatzes lautet:
„Es gibt keine schlechten Anteile.“
Jeder Anteil trägt eine Geschichte in sich.
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In der IFS-Therapie geht es nicht darum, innere Anteile zu verändern, zu unterdrücken oder zu kontrollieren. Anteile können auf solche Kontrollversuche beispielsweise mit Widerstand, Angst oder Rückzug reagieren. Stattdessen setzt IFS auf Beziehung, Mitgefühl und innere Präsenz.
Auch aus psychologischer und neurobiologischer Sicht ist dieser Perspektivwechsel interessant: Wenn wir unangenehme innere Erfahrungen ständig bekämpfen oder vermeiden, können sie weiterhin als bedrohlich erlebt werden. Wenn es dagegen gelingt, Angst, Anspannung oder andere schwierige Gefühle wahrzunehmen, ohne sie unmittelbar beseitigen zu müssen, können neue Erfahrungen entstehen: Das Gefühl ist unangenehm – aber aushaltbar. Mit der Zeit kann es dadurch an Bedrohlichkeit verlieren.
Basierend auf Grundprinzipien der Internal Family Systems Therapie (IFS) sowie Erkenntnissen der Emotions- und Angstforschung.
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Aus IFS-Perspektive kann bei Burnout betrachtet werden, welche inneren Anteile über längere Zeit sehr viel leisten – beispielsweise um Anerkennung, Kontrolle oder Sicherheit zu gewährleisten oder den eigenen Ansprüchen zu genügen. Andere Anteile versuchen möglicherweise, durch Rückzug oder Ablenkung mit zunehmender Erschöpfung umzugehen.
Gleichzeitig können eigene Bedürfnisse, Grenzen und persönliche Werte zunehmend aus dem Blick geraten. Dabei spielen auch äussere Belastungen und Lebensumstände eine wichtige Rolle – Burnout lässt sich nicht allein durch innere Muster erklären.
In der Therapie kann gemeinsam verstanden werden, welche Funktion diese inneren Dynamiken haben und wie wieder mehr Zugang zu eigenen Bedürfnissen, Grenzen und dem, was persönlich wichtig ist, entstehen kann.
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Bei Ängsten und Zwängen entsteht häufig ein Kreislauf: Ein Gedanke, eine Körperempfindung oder eine Situation löst Angst und Unsicherheit aus. Darauf folgen Versuche, wieder Sicherheit herzustellen – etwa durch Vermeidung, Kontrollieren, Rückversicherung oder zwanghafte Handlungen. Diese können kurzfristig beruhigen, langfristig jedoch dazu beitragen, dass Angst und Unsicherheit weiterhin als bedrohlich erlebt werden.
In der modernen Angst- und Zwangstherapie geht es deshalb nicht primär darum, Sicherheit herzustellen oder beängstigende Gedanken zu beseitigen. Vielmehr wird schrittweise gelernt, Unsicherheit und unangenehme innere Erfahrungen auszuhalten, ohne den bisherigen Vermeidungs- oder Kontrollstrategien folgen zu müssen.
IFS kann diese Arbeit um eine weitere Perspektive ergänzen: Die unterschiedlichen Reaktionen können als Versuche schützender innerer Anteile verstanden werden. Ein Anteil warnt beispielsweise vor möglichen Gefahren, während ein anderer versucht, die dadurch entstehende Angst durch Kontrolle, Vermeidung oder Beruhigung möglichst schnell zu reduzieren.
Statt diese Reaktionen zu bekämpfen, kann zunächst verstanden werden, wovor sie schützen wollen. Gleichzeitig geht es darum, ihnen nicht automatisch folgen zu müssen. So kann mit der Zeit eine neue Erfahrung entstehen: Angst und Unsicherheit sind unangenehm, aber aushaltbar. Ich kann sie erleben, ohne sofort handeln oder Gewissheit herstellen zu müssen.
Bei Zwangsstörungen können dabei auch evidenzbasierte Verfahren wie Exposition mit Reaktionsverhinderung (ERP) zum Einsatz kommen. IFS kann diese Arbeit ergänzen, indem die Schutzfunktion und mögliche Ambivalenz der beteiligten inneren Anteile berücksichtigt werden.
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In der Sprache von IFS können auch Schwierigkeiten mit dem Essen – beispielsweise Binge-Eating, emotionales Essen oder Verhaltensweisen im Rahmen einer Bulimie – aus der Perspektive verschiedener innerer Anteile betrachtet werden. Dabei ist es hilfreich, nicht vorschnell von einer einzigen Ursache auszugehen, sondern unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen.
Gibt es suchtähnliche Prozesse?
In der Forschung wird untersucht, ob bei manchen Menschen suchtähnliche Prozesse insbesondere im Zusammenhang mit hochverarbeiteten Lebensmitteln auftreten können. Beschrieben werden beispielsweise starkes Verlangen (Craving), Kontrollverlust und ein wiederholter Konsum trotz negativer Folgen. Ob „Nahrungsmittelsucht“ als eigenständige Abhängigkeitserkrankung verstanden werden sollte und welche Lebensmittel oder Eigenschaften dabei entscheidend sind, ist wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt.Welche Rolle spielen Gewohnheiten?
Essverhalten kann sich auch durch häufige Wiederholung automatisieren. Bestimmte Situationen, Tageszeiten, Orte oder Gefühle können mit der Zeit zu Auslösern werden, auf die beinahe automatisch mit einem bestimmten Essverhalten reagiert wird. Solche Gewohnheitsprozesse können unabhängig davon eine Rolle spielen, ob gleichzeitig emotionale oder suchtähnliche Prozesse beteiligt sind.Welche inneren Anteile sind beteiligt?
Aus IFS-Perspektive können unterschiedliche innere Anteile verschiedene Funktionen übernehmen. Manche suchen beispielsweise Trost, Entlastung oder kurzfristig positive Gefühle durch Essen. Andere versuchen durch Kontrolle, Einschränkung oder Perfektionismus Sicherheit oder Gewichtskontrolle herzustellen. Verletzliche Anteile können wiederum Scham, Schuld, Einsamkeit oder andere schwer auszuhaltende Gefühle tragen.In der Therapie kann gemeinsam untersucht werden, welche dieser Prozesse im individuellen Fall eine Rolle spielen und wie sie miteinander zusammenwirken. Dabei können die Schutzabsichten und Entstehungsgeschichten verschiedener Anteile ebenso betrachtet werden wie Gewohnheiten und mögliche suchtähnliche Aspekte des Essverhaltens.
Ziel ist nicht, das Erleben vorschnell einer einzigen Ursache zuzuordnen, sondern ein differenziertes Verständnis dafür zu entwickeln, was das problematische Essverhalten aufrechterhält und welche Veränderungen individuell hilfreich sein können.
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Aus IFS-Perspektive kann Scham von unterschiedlichen inneren Anteilen getragen werden oder andere Anteile aktivieren. Manche verletzlichen Anteile tragen schmerzhafte Erfahrungen von Beschämung, Ablehnung oder dem Gefühl, nicht zu genügen. Andere Anteile versuchen, vor solchen Erfahrungen zu schützen – beispielsweise durch Perfektionismus, Anpassung oder Selbstkritik. Wieder andere reagieren, wenn Scham sehr stark wird, mit Rückzug, Ablenkung oder dem Versuch, das unangenehme Erleben möglichst schnell zu beenden.
In der Therapie kann gemeinsam erkundet werden, welche Rolle Scham im inneren System spielt, welche Anteile daran beteiligt sind und wovor sie möglicherweise schützen möchten. Ziel ist nicht, Scham oder einzelne Anteile zu bekämpfen, sondern ihnen mit mehr Verständnis, Mitgefühl und innerer Präsenz zu begegnen.