Psychotherapie bei körperlichen Erkrankungen
Wenn eine körperliche Erkrankung das Leben verändert
Eine körperliche Erkrankung betrifft oft weit mehr als den Körper. Sie kann das bisherige Leben verändern, Zukunftspläne infrage stellen und Gefühle von Angst, Trauer, Wut oder Hilflosigkeit auslösen. Manchmal verändert sich auch der Blick auf den eigenen Körper oder auf sich selbst.
Auch Beziehungen können davon betroffen sein. Vielleicht entsteht die Sorge, anderen zur Last zu fallen, nicht mehr verstanden zu werden oder an gemeinsamen Aktivitäten nicht mehr teilnehmen zu können. Während das Leben um uns herum weiterzugehen scheint, können wir uns selbst wie ausgebremst fühlen.
Psychotherapeutische Unterstützung kann beispielsweise hilfreich sein, wenn
die Erkrankung Ängste, Sorgen oder Niedergeschlagenheit auslöst,
der Umgang mit Schmerzen, Erschöpfung oder körperlichen Einschränkungen belastet,
Veränderungen des Körpers oder des eigenen Selbstbildes schwer anzunehmen sind,
Unsicherheit über den weiteren Krankheitsverlauf oder die Zukunft viel Raum einnimmt,
Beziehungen, Partnerschaft oder Familie durch die Erkrankung belastet werden,
oder es schwerfällt, mit Verlusten und Veränderungen im bisherigen Leben umzugehen.
Psychotherapie kann einen Raum bieten, in dem auch schwierige und widersprüchliche Gefühle Platz haben. Gemeinsam kann erkundet werden, was die Erkrankung für das eigene Leben bedeutet und wie sie innerlich erlebt wird.
Dabei können auch unterschiedliche innere Seiten sichtbar werden: vielleicht ein Teil, der Angst hat oder trauert, einer, der funktionieren und stark bleiben möchte, oder einer, der mit der veränderten Situation hadert. Diese Erfahrungen nicht nur zu verstehen, sondern ihnen auch emotional Raum zu geben, kann helfen, das Erlebte zu verarbeiten und einen eigenen Umgang mit den Veränderungen zu finden.